Nachdem ich heute feststellen musste, dass die Synchronisierung meiner Dropbox anscheinend nach einem Update nicht mehr fehlerfrei funktioniert- besser gesagt gar nicht - habe ich mir das Problem genauer angeschaut. Normalerweise funktioniert die Synchronisierung sowohl unter Windows, als auch unter Linux vollkommen problemlos. Ein Check des aktuellen Status zeigt das folgende Ergebnis.
Eigentlich komisch, denn normalerweise sollte der Prozess im Hintergrund laufen und keine Probleme verursachen. Ein Start der Dropbox führt zu folgendem Ergebnis.
Hmm, ein VerificationError und diverse Probleme beim Ausführen der Python-Skripte. Nach einiger Zeit öffnet sich trotzdem das Installationsfenster und der Download startet.
Leider bricht die Installation während des Entpackens ab und der Dienst wird nicht korrekt gestartet. Die Fehlermeldung ist die gleiche wie bereits zuvor gesehen.
Alle Versuche die Synchronisierung wieder zu aktivieren sind bei mir an dieser Stelle fehlgeschlagen. Also blieb nur eine Möglichkeit, das Entfernen der Einstellungen per Hand. Dafür wird als erstes der noch laufende Prozess gestoppt.
Aufgrund eines eingetragenen Bugs im Bugtracker findet sich auch schnell eine Lösung. Dort ist zu lesen, dass sich das Update der Phyton-Engine mit der Dropbox nicht wirklich versteht. Abhilfe schafft ein Löschen der Dropbox-Bibliotheken und eine erneutes Herunterladen. Sollten die Bibliotheken nicht unter /var/lib/dropbox/.dropbox-dist liegen, dann sollte das Verzeichnis ~/dropbox-dist gelöschtwerden.
Danach können die Dateien neu heruntergeladen werden und die Dropbox sollte wieder funktionieren.
Von 22:00 Uhr am vorigen Abend bis hin zur Abreise am Morgen regnet es kontinuierlich durch. Keine Chance auf eine Regenpause, keine Chance mal trocken aus dem Zelt zu kommen. Die Wiese steht unter Wasser, die Schuhe sind trotz der Nacht im Trockenraum klatschnass. Es geht also in Regenkleidung weiter...
Nach dem Erlebnis gestern überlege ich in Passau bei denk.com meine undichte Jacke gegen ein dichtes Modell zu tauschen. Vorerst geht es aber ersteinmal im heftigen Dauerregen in Richtung Deggendorf. Die Fahrt ist zäh, es ist kalt und richtig nass. Es regnet durch die Jacke, die Überschuhe sind komplett durch und den Kopf lasse ich einfach hängen. Wenigstens habe ich Rückenwind und der Sonnenbrand kann sich erholen.
Nach dem Frühstück - Schwarzwälder Kringel - geht es weiter, sowohl auf dem Weg, als auch mit dem Dauerregen. Alles ist grau in grau, Nebelschwaden, kalt und dunstig ziehen über das Land.
Kurz vor Deggendorf mache ich an einem kleinen Unterstand Pause, schüttel mir das Wasser aus den Ärmeln und esse eine Kleinigkeit. Als ich die Umgebung betrachte, fällt mir doch glatt das folgende Spielzeug ins Auge.
Ich musste ein wenig schmunzeln, trotz des Regens und der Kälte.
Als ich wieder auf das Rad steige, habe ich das dumpfe Gefühl, das etwas nicht stimmt und siehe da, ich habe den ersten Plattfuß seitdem ich das Rad gekauft habe. Das hat lange gedauert - ein Stückchen Schotter hat sich durch den Mantel in den Schlauch gedrückt.
Schnell das Rad umgedreht und geflickt.
Der Rest der Strecke bis Passau ist nicht wirklich spektakulär und aufgrund der undichten Jacke entscheide ich mich in Deggendorf in den Zug zu steigen und bis nach Passau zu fahren. Eine neue Regenjacke erscheint mir wichtiger als die 40km mit dem Rad zu machen. Ich setze mich in den Zug, fahre nach Passau um bei denk.com eine Jacke zu erstehen, dazu noch ein paar Karabiner für die Fototasche und alles ist bestens. Nach dem erfolgreichen Einkauf stelle ich das Zelt auf eine nasse Wiese und lasse den Abend mit ein paar anderen Leidgeplagten ausklingen.
Am nächsten Morgen prasselt weiterhin der Regen auf das Zelt, es hat immer weiter geregnet und es besteht schon wieder eine Hochwasserwarnung. Ich überlege ob ich einen Pausentag einlegen soll, lege die Beine hoch, esse etwas und lese / döse vor mich hin.
Bis Mittag halte ich das rumliegen aus, bin dann aber irgendwie so genervt, dass ich eine kleine Regenpause - oder auch nur einen Zeitpunkt mit weniger Regen - abwarte und mich dann auf das Rad schwinge. Wenigstens bis Österreich will ich fahren, so dass die Beine in Schwung bleiben.
Dank des Dauerregens habe ich beste Chance die Jacke ausführlich zu testen und für dicht zu befinden, es regnet wirklich ohne Unterlass.
Deutlich wird das sicherlich auch bei Betrachtung der Gischt, die durch die Autofahrer aufgewirbelt wird.
Das Überschreiten der Grenze ist eher unspektakulär, ein einfaches in den Baum eingewachsenes Schild zeigt den Grenzübergang an.
Da sind selbst die Regenwolken spannender...
Ich fahre noch bis zu einem kleinen Gasthof und schlage dort mein Zelt auf. Glücklicherweise haben die Besitzer nichts dagegen, dass ich meine Sachen zum trocknen auf den Dachboden hänge. Danke nochmal, ich würde ja euren Gasthof in Inzell hier verlinken, aber leider habe ich keine Referenz gefunden.
Im Zelt fällt mir auf, dass das GPS seinen Geist aufgegeben hat und durch den Dauerregen Wasser gezogen hat. Ein feiner Wackelkontakt ist die Folge. Na toll...
Ich liege ab 04:00 Uhr wach. Ständig träume ich von der Vergangenheit und denke über eine mögliche Zukunft nach. Das führt zwangsläufig dazu, dass ich schlecht schlafe und mich von einer Seite auf die andere drehe. Ich lese ca. 1h und falle dann in einen unruhigen Schlaf.
Mein Nachbar baut bereits gegen 06:00 Uhr das Zelt ab und ist wieder unterwegs, das ist mir allerdings viel zu früh und ich mache mich erst gegen 08:30 Uhr auf den Weg.
Leider finde ich in Bad Gögging nur einen kleine, total überlaufenen Bäcker, so dass ich mich für ein Weiterfahren entscheide, der Erdnussriegel muss ersteinmal reichen.
Nach Kehlheim geht es durch Wald und Wiese, vorbei an Spargelfeldern mit Gastarbeitern unterschiedlicher Coleur. Als ich an einer Kreuzung warte kommt mir ein Bus mit Gastarbeitern entgegen und ich muss unwillkürlich an einen Kriegsgefangenentransport denken. Ausgemergelte Gesichter, ohne Empathie aus dem Bus blickend, vollkommen ohne Freude. Das stimmt mich nachdenklich und ich denke auf der Fahrt zum Kloster Weltenburg über die Menschen in dem Bus nach.
Der Reiseführer empfiehlt das Umfahren der Steigungen im Hinterland per Schiff durch den Donaudurchbruch.
Ich buche mir eine Karte und reihe mich ein in die Menschenmassen auf dem Weg in Richtung Regensburg. Dort findest in diesem Jahr der Katholikentag statt. Klugerweise stelle ich mich ganz hinten an und lehne die freundlichen Angebote mit doch weiter nach vorne zu stellen dankend ab. So bin ich wenigstens wieder schnell vom Schiff und kann meine Reise noch vor den riesigen Gruppen fortsetzen.
Die gesamte Fahrt wird das Schiff von einem virtuellen Reiseleiter beschallt und so erfahre ich auf deutsch und auf englisch Details aus der der Geschichte des Donaudurchbruches. Spannender ist allerdings, dass den Englisch sprechenden Gästen etwas anderes erzählt wird als den Deutsch sprechenden Passagieren. Woher das kommt? Keine Ahnung...
In Kehlheim mache ich einen großen Fehler. Ich fahre am Netto vorbei, immer mit der Hoffnung etwas besseres zu finden. Die Erfahrung hätte mir zeigen sollen, dass das schwierig wird. Ich fahre also ohne Frühstück weiter und genieße die Fahrt an der Donau. Bis Bad Abbach rolle ich so dahin und nach kurzer Zeit bin ich bereits im Ort angekommen.
Ich versuche einen Supermarkt zu finden und meide die mit Touristen gespickten Cafés am Wegesrand. Die erste Anlaufstelle, eine Doktorandin, ist eine Fehlgriff und erst die zweite Anlaufstelle, eine Mutter mit zwei Kindern, kann mir den Weg zum Supermarkt beschreiben. Ich quäle mich den Berg hoch und freue mich auf das Frühstück.
Nach dem Frühstück - oder war es bereits ein Mittagessen - geht es weiter in Richtung Regensburg.
Ich hänge mich an ein gemütlich dahin rollendes Paar und 'leihe' mir den Windschatten für kurze Zeit. Als ich dann die Geschwindigkeit erhöhe und vorbeiziehe bleiben die beiden konsequent im Windschatten und wir fliegen mit einem Schnitt von knapp 26km/h über den Radweg - allerdings leiste ich die ganze Zeit Führungsarbeit und das macht sich bemerkbar.
In Regensburg schenke ich mir den Stadtbummel, viel zu viele Menschen, alle in freudiger Erwartung auf den Katholikentag - nichts für mich. Ich setze mich wieder auf das Rad und schaue mir kritisch die dichter werdenden Wolken an.
Ein absolutes Muss nach Regensburg ist die Walhalla, heimlich hoffe ich, dass Odin mich direkt an seine Tafel aufnimmt. Ich erstürme den Berge mit satten 5km/h und komme fluchend und schwitzend oben an, anders als die Touristen im klimatisierten Bus. Während ich die das Fahrrad unten stehen lasse und die Treppe hochsteige macht sich das folgende Lied im Kopf breit:
Beschwingt springe ich die Treppen nach oben und stehe schon bald vor dem imposanten Gebäude.
Der Blick ist herrlich und ich genieße das Gefühl ein Gebäude mit so imposanter Geschichte zu betreten.
Das Betreten des Gebäudes spare ich mir, ich habe kein Geld mit nach oben genommen und ein Rundgang durch die Hallen wäre mir auch keine 7€ wert. Gratis kommt man also nicht an Odins Tafel und da ich keine Lust habe den Heldentod zu sterben mache ich mich wieder auf den Rückweg.
Runter geht es deutlich schneller und so bin ich schon bald wieder auf dem Radweg entlang der Donau. Es geht immer weiter in Richtung der dunklen Wolken, bis jetzt ist noch alles glimpflich abgelaufen.
Und fast hätte ich es auch bis zum Etappenende geschafft. Leider aber öffnet der Himmel 10km vor Ende der Etappe seine Schleusen und ich werde klatschnasse. Unterstellen nutzt nichts, es hört nicht auf zu regnen. Leider stellt sich heraus, dass nur die Hose wirklich dicht ist, das Wasser drückt durch die Regenjacke und ich kann es aus den Ärmeln becherweise rausschütten. Durch die Überschuhe drückt ebenfalls Wasser und das bedeutet leider, dass die Schuhe auch komplett durch sind.
Auf dem Platz in Straubing halte ich an, suche mir einen Stellplatz auf der Zeltwiese - oder dem Sumpf, der mal eine Zeltwiese war -, gehe duschen und verkrieche mich im Zelt.
#selfie
Erdnussriegel #frühstück
Leberkässemmel, Müllermilch, Spezi #mittagessen
CousCous, Snickers #abendessen
"You only hit the road, when you're missing home..." #zitat
Nach dem Aufstehen habe ich noch einen kurzen Schnack mit den drei Franzosen gehalten. Guilleaume und seine beiden Freunde sind mit dem Fahrrad in Paris gestartet und jetzt auf dem Weg nach Budapest. Schade, dass die drei gestern so spät angekommen sind, sonst hätte ich mich durchaus mit den Jungs unterhalten können. Nach der Unterhaltung machen ich mich auf den Weg in die Innenstadt, Frühstück ist angesagt.
Der Netto ist für heute erste Wahl und es gibt, wenig überraschend, Landjäger, Brötchen und eine Molke.
Danach geht es frisch gestärkt auf die ersten Kilometer. Die Strecke nach Donauwörth ist durchaus wellig und so sind die ersten 10-15 Kilometer richtig, richtig anstrengend. Die Beine sind noch müde und die Anstiege teilweise richtig lang. Den einen oder anderen hat es schon zermürbt und nur noch das Rad steht am Wegesrand.
Die Strecke bis Marxheim ist nicht wirklich in der Nähe der Donau und so wechsle ich nach Marxheim wieder auf die Strecke in Donaunähe. Der Weg ist landschaftlich schöner und vor allem mit deutlich weniger Steigungen gesegnet.
Es geht am Ufer entlang, immer in Richtung Segelsee.
Der Segelsee ist ein kleines Highlight, nirgendwo habe ich so viele Schwäne gesehen. Richtige Scharen sind dort vertreten und gründeln im Uferbereich. Immer wenn ich Schwäne gründeln sehe, würde ich gerne mal mit dem Paddel auf den Bürzel hauen, das bietet sich dann wirklich an.
Die Strecke in Richtung Neuburg an der Donau ist relativ unspektakulär. Wenig zu sehen, einfach ruhiges Fahren durch die Natur.
Nach Neuburg an der Donau geht es durch die Industrieanlagen und der Weg wird lang. Wenig Natur, nur ein paar politisch motivierte Kunstwerke, sonst nichts.
Ich bin froh als ich an dem Jagdschloss Grünau ankomme und bewundere die schöne Fassade.
Allerdings bin ich etwas irritiert von der exakten Gleichmäßigkeit der Quader und so schaue ich mir die Details an. Und siehe da, die Quader sind nur aufgemalt und keine wirklichen Quader, der Schein trügt.
Vom Jagdschloss aus geht es durch Wald und Flur in Richtung Ingolstadt. Teilweise finden sich auf der Strecke interessante Bahnübergänge. Mir ist die Technik unbekannt und so stehe ich recht lange an den Schranken und warte auf den Zug der nicht kommt...
Pünktlich zur Mittagszeit bin ich in Ingolstadt und suche mir einen Platz für einen kleine Pause. Im ersten Augenblick bin ich versucht die Audi-Kantine zu testen und einen direkten Vergleich mit der Kantine in Wolfsburg zu wagen, entscheide mich aber doch dagegen.
Ich schaue mir die Stadt an...
... und suche mir einen einfachen Aldi, packe ein paar Lebensmittel ein und suche mir ein schattiges Plätzchen direkt an der Donau. Herrlich!
Nach der Pause geht es weiter, zuerst natürlich durch die gesamte Industrieanlagen und vorbei an militärischem Übungsgelände.
Der Himmel ist bereits sehr, sehr dunkel und ich habe Glück, dass die Beine noch nicht müde sind. Ziel für heute soll Neustadt an der Donau sein, das ist aber noch ein Stück zu fahren. Der Weg fliegt unter mir dahin...
... und meine Gedanken lasse ich durch die Vergangenheit fliegen.
Gegen späten Nachmittag bin ich auf dem Campingplatz in Neustadt an der Donau. Glücklicherweise noch vor dem großen Regen, der lässt sich Zeit bis zumindest ich mein Zelt aufgebaut habe, mein Nachbar wird klatschnass...
Der Campingplatz selbst ist auf den ersten Blick unscheinbar. Klein, ganz nett und sauber. Was allerdings richtig Eindruck macht, das sind die Sanitäranlagen. Diese sind so neu, dass sich das ein oder andere Hotel sicherlich noch einen Scheibe abschneiden kann. Der Trockenraum ist super und ich darf, ausnahmsweise, sogar meine handgewaschene Wäsche dort trocknen.
Der Abend geht allerdings im Zelt zu Ende, es macht sich ein Gewitter breit und bringt langanhaltenden Regen mit sich.