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12.04.2015

Frühling lässt sein blaues Band...

... wieder flattern durch die Lüfte. Süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land. Veilchen träumen schon, wollen balde kommen. Horch, von fern ein leiser Harfenton! Frühling, ja du bist's! Dich hab ich vernommen!
 
Wie oft musste ich das Gedicht von Mörike im Unterricht rezitieren. Gefühlt tausend Mal und aus genau diesem Grund ist es mir im Gedächtnis geblieben und ich musste an diesem Wochenende mal wieder daran denken.

Der erste Mai naht mit großen Schritte und das Wetter ist mittlerweile stabiler geworden, so dass das Training deutlich mehr Spaß macht. Nach einem sehr, sehr sonnigen Freitag war zwar für den Samstag eine deutliche Abkühlung angekündigt worden, aber schlussendlich war mit Aufstehen bereits blauer Himmel zu sehen. Also nichts wie raus, die Sachen gepackt und auf das Rad gesetzt.


Die Tour war bereits geplant, es sollte über Minden nach Hannover gehen. Den ersten Teil noch allein, den zweiten Teil mit der Begleitung für den Mai. Ein erweiterte Ausrüstungstest also.


Der Screenshot aus QLandkarteGT zeigt bereits die real gefahrene Strecke. Die nackten Zahlen sind deutlich weniger interessant. Am ersten Tag 89km, am zweiten Tag 88km, die Durchschnittsgeschwindigkeiten bei reiseradüblichen 17-19kmh.


Auf dem ersten Teil der Strecke hat sogar das Wetter passend mitgespielt und für eine tolle Kulisse gesorgt.


Es ging über weitere Landschaften und neben kleinen Flüssen vorbei.


Der Kanal war immer in Sichtweite (naja, fast immer).


Die Schlösser am Wegesrand waren glücklicherweise noch sehr unberührt und so war ich meist (neben den anderen Rindviechern) der einzige, der sich dort rumgetrieben hat.



Gegen Nachmittag wurde dann der Himmel merklich dunkler und das Wetter schlug langsam, aber sich um. Heftige Schauer prasselten auf die Straßen, glücklicherweise konnte ich mich allerdings jederzeit passend unterstellen und auch der heftige Wind konnte mich nicht aus der Bahn werfen.


So kam ich also trocken und relativ entspannt in Hahlen, kurz vor Minden, an und habe den Campingplatz gesucht. Das Gelände selbst ist kein wirkliches Highlight. Die Wohnwagen sind teilweise sehr abgewrackt und die Pflege der Gebäude und sanitären Einrichtungen ist gerade noch akzeptabel. Der Platzwart war nicht leicht zu finden, konnte mir dann aber doch noch einen netten Platz für insgesamt 6,50€ zur Verfügung stellen.


So dicht am Kanal habe ich sonst nur beim Fischen übernachtet. Das Zelt stand schnell, die Zeit in der Dusche war fast genauso schnell vorbei (1€ pro Duschmarke mit 6 Minuten Laufzeit) und ich hatte bereits ordentlich Hunger. Leider hat es - passend zum Abendessen - angefangen zu schütten und zu stürmen. Windstärke 7-8 auf offener Fläche ist gar nicht sooooo wenig. Die Zeltplane hat ordentlich geflattert.


Glücklicherweise hat sich das Wetter über Nacht wieder beruhigt und ich konnte bestens schlafen.

Der kommende Morgen hat mich mit Sonnenschein und ungläubigen Blicken der Passanten wach werden lassen. Das ist wahrscheinlich das Los, wenn man direkt am Weg sein Lager aufschlägt, der Campingplatz ist frei zugänglich.

Die Reisebegleitung wurde in Minden eingesammelt und es ging direkt los. Geplant war eigentlich ein Frühstück in Minden, aber irgendwie wollte sich der Bäcker nicht zeigen - selbst 50km später hatten wir noch keinen Bäcker gefunden. So war die Aussage der freundlichen Einheimischen richtig: "Bäcker? Sonntags? Das wird schwierig! Ich hol mir immer Knack & Back!"

So ging es also nur mit ein paar Müsli- und Schokoriegeln bewaffnet auf in Richtung Steinhuder Meer. Mal durch Wald...


... und dann wieder durch die Wiesen rund um die Region Hannover.


Das Steinhuder Meer erwies sich allerdings als wahrer Touristenmagnet mit den entsprechenden Preisen. Ein leckeres Weißbier mit Zitrone hat mich doch wirklich 3€ pro Flasche (0,33l) gekostet. Kein Schnäppchen, aber bei der Bratwurst für 3€ fast zu erwarten. Touristenfalle halt - schön war es aber trotzdem.


Die weitere Strecke in Richtung Hannover war durch die netten Unterhaltungen und die vielen interessanten Beobachtungen am Wegesrand schnell hinter uns gebracht, so dass wir schnell direkt in Hannover angekommen waren und ich mit dem Zug wieder zurück nach Osnabrück gefahren bin.

29.03.2015

Trainings(tor)tour - Vorbereitung im März

Es gibt Vor- und Nachteile einer langen Tour zu Jahresbeginn. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Touristische Regionen sind noch nicht überlaufen, es ist - selbst in südlichen Ländern - angenehm warm und die Reisekosten bei An- und Abreise halten sich auch in Grenzen.

Was aber niemand bedenkt - man kommt aus dem Winterloch und muss in den Anfangsmonaten eines Jahres bereits mit dem Training für die längere Tour starten. Und das kann teilweise recht anstrengend, häufig sehr kalt und in vielen, vielen Fällen sehr nass werden.

Die ersten Touren liefen - abgesehen von der Kälte - noch glimpflich ab. Vielleicht bin ich mal ein wenig nass geworden, aber schlussendlich meist ohne größere Probleme am See oder auf dem Campingplatz gelandet. Mir war aber bereits klar, dass das nicht immer der Fall sein kann.


Geplant waren knapp 160km, aufgeteilt in zwei ca. 80km lange Etappen. Mit den entsprechenden Ungenauigkeiten sollte ich da auf insgesamt 80-90km pro Tag kommen.

Der Start in den Tag war nahezu perfekt, es war nicht zu kalt, nicht zu warm - angenehm für eine längere Fahrradtour. Die Sonne schien, die Straßen waren trocken und nur wenig Wind.


Ich konnte also entspannt durch die Landschaft radeln und mir verschiedene Ecken rund um Osnabrück anschauen. So beispielsweise die Natur in Lüstringen...


... oder auch die Landschaft kurz vor Wellendorf.


In Kloster Ösede war es dann Zeit für eine Frühstücks bzw. Mittagspause und ich genoss die wärmenden Strahlen der immer noch scheinenden Sonne.


Danach ging es zügig weiter und bereits kurz nach Mittag war ich über Hilter (fast Outback) ...



... in Lienen angekommen und auf dem Weg nach Kattenvenne - auch wenn die Straßen schlechter wurden.


Mit der Qualität der Straßen litt auch leider das Wetter. Die Bewölkung nahm zu und kurz hinter Lienen fing es kontinuierlich an zu regnen und die Temperatur fiel rapide ab. Bereits in Kattenvenne war ich komplett nass und musste Unterschlupf suchen.


Leider hatte es sich komplett eingeregnet und es wurde und wurde nicht besser. Dicke Tropfen auf dem GPS waren ein ständiger Begleiter.


Vorbei an der Angelstelle früherer Jahre...


... ging es in Richtung Übernachtungsplatz - natürlich nicht ohne Pause im liebevoll gestalteten Kötters Kotten. Mit selbstgebackenem Kuchen (Stachelbeertorte) und einer heißen Schokolade sah die Welt schon etwas besser aus.

Aus dem warmen Kotten ging es dann direkt zum See - das Zelt stand innerhalb weniger Minuten und der Schlafsack lag ausgebreitet auf der Isomatte.


Ein kurzer Check der Wetter-App (www.windfinder.com) machte deutlich, dass die Nacht "etwas" windiger werden würde.


Es frischte deutlich auf und die anderen Angler am See hatten Schwierigkeiten ihre Zelte sturmsicher zu verankern.

Die restliche Nacht verlief bis auf das Flattern der Zeltwände allerdings warm und ruhig. Der vorausgesagte Regen setzte dann pünktlich gegen Morgen ein, so dass beim Einpacken direkt alles wieder klatschnass war - inkl. mir und den Radklamotten.

Aufgrund des Wetters und des Temperatursturzes kam daher nur eine Überlegung in den Sinn.



Also wurde das ganze Geraffel ins Auto verpackt, nach Hause gefahren und damit die Rückfahrt deutlich verkürzt. Naja, so bliebt wenigstens Zeit die Köder für die kommende Woche auf Fehmarn vorzubereiten.



Und die Vorhersagen machen auch bereits Mut, fast kein Wind in Sicht...